Was ist das duale Studium?

Seit einigen Jahren ist immer öfter von dem dualen Studium zu hören. Im Kern vereint das duale Studium eine akademische Ausbildung an einer Hochschule oder Universität mit der praktischen Ausbildung in einem Unternehmen. Nicht zuletzt durch den zunehmenden Fachkräftemangel hat diese Form des Studiums insbesondere für Unternehmen an Bedeutung gewonnen. Doch was genau ist das duale Studium? Und welche verschiedenen Angebote existieren in Deutschland?

Definition

Die Berufsausbildung in Deutschland ist geprägt vom dualen Ausbildungssystem, bei dem die berufliche Ausbildung im Betrieb und die schulische Ausbildung an der Berufsschule kombiniert wird. In Anlehnung daran wir ein Hochschulstudium mit fest integrierten Praxisphasen in Unternehmen als duales Studium bezeichnet. Die genaue Form des jeweiligen dualen Studiums weicht von Hochschule zu Hochschule ab. Alle Studiengänge haben jedoch die grundsätzliche Kombination von theoretisch ausgerichtetem Studium und Praxisphasen in einem Unternehmen gemeinsam. Das duale Studium weist somit drei wesentliche Merkmale auf:

  • Studium
  • Praxispartner
  • Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis

Zahlen, Daten, Fakten

In den letzten Jahren hat das duale Studium enorm an Bedeutung gewonnen. 2004 gab es in Deutschland nur 40.982 duale Studenten. Gute zehn Jahre später in 2016 lag die Anzahl der dualen Studenten bereits bei 100.739 (Quelle: statista.de).

Diese Zahlen sind ein Beleg für die steigende Nachfrage an dualen Studiengängen sowohl bei den Abiturienten als auch bei den Unternehmen. Für Interessierte ist dies eine positive Entwicklung. So ist die Zahl der verfügbaren dualen Studienplätze von Jahr zu Jahr größer.


Formen des dualen Studiums

Individueller Bildungsabschnitt Studienformat

Erstausbildung

mit Berufsausbildung

ausbildungsintegrierend

(Bachelor)

Erstausbildung

mit Praxisanteilen

praxisintegrierend

(Bachelor)

Weiterbildung

mit Berufstätigkeit

berufsintegrierend

(Master/Bachelor)

Weiterbildung

mit Praxisanteilen

praxisintegrierend

(Master/Bachelor)

Das duale Studium existiert in den verschiedensten Formen. Der Wissenschaftsrat in Deutschland kategorisiert die dualen Studienangebote hinsichtlich des Studienabschnitts (Erstausbildung oder Weiterbildung) sowie der Praxisform (Berufsausbildung oder allgemeine Praxisanteile). Bei Bachelorstudiengängen ist das ausbildungsintegrierende Studium die häufigste Form, bei der neben dem Bachelorstudium auch eine Berufsausbildung absolviert wird.


Zeitliche Struktur

Ähnliche wie bei den Formen des dualen Studiums weisen die Studienangebote auch verschiedene Zeitmodelle auf. Häufig vertreten sind dabei das sog. Blockmodell sowie das Wochenmodell. Die jeweilige Hochschule bzw. Universität legt fest, welches Zeitmodell zum Einsatz kommt. Die kooperierenden Unternehmen und die jeweiligen Studenten können dies nicht beeinflussen. Als Student lässt sich das gewünschte Zeitmodell nur wählen, indem man nach diesem Kriterium die entsprechend Hochschule auswählt.

Blockmodell

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug
  Studium Praxis Studium

Beim Blockmodell finden die Semesterphasen und die Praxisphasen blockweise im Wechsel statt. Eine Semesterphase ist in der Regel um die drei Monate lang und stellt ein Semester dar. In diesen drei Monaten finden somit die Vorlesungen und in der Regel auch alle Prüfungsleistungen statt. Z.T. können Prüfungsleistungen auch später während der Praxisphase stattfinden (z.B. Hausarbeiten).

Wochenmodell

Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo
Praxis Studium      

Das Wochenmodell vereint Praxisphase und Studienphase innerhalb einer Woche. In der Regel sind die Studenten Montag bis Mittwoch im Unternehmen und besuchen am Donnerstag und Freitag Vorlesungen. Teilweise geht die Studienphase auch bis zum Samstag. Die genaue Ausgestaltung ist bei jeder Hochschule individuell.


berufsbegleitendes Studium

Basis des berufsbegleitenden Studiums ist in der Regel, dass die Studenten primär Ihren Beruf ausüben und begleitend dazu studieren. Diese Studienangebote sind daher extra für Berufstätige konzipiert. Die Vorlesungen und Prüfungsleistungen finden daher entweder am Wochenende oder in den Abendstunden statt.

Fernstudium

Das flexibelste Zeitmodell ist das Fernstudium, wobei hier vermutlich auch die größte Selbstdisziplin verlangt wird. Bei dieser Studienform erhalten die Studenten alle notwendigen Studienunterlagen nach Hause und erarbeiten die Inhalte selbständig. Selbst die Prüfungsleistungen können oft von zuhause in Form von Onlinetests oder Hausarbeiten geleistet werden.