Welche Formen des duales Studiums gibt es?

In Deutschland existiert eine Vielzahl an Studienangeboten, die dem Begriff des "dualen Studiums" zuzuordnen sind. Die jeweiligen Formate und Strukturen der Studiengänge unterscheiden sich hierbei zum Teil deutlich. Daher hat der deutsche Wissenschaftsrat eine Einordnung der verschiedenen Studienangebote vorgenommen und hierbei vier Oberkategorien aufgestellt. Wir stellen euch diese vier Kategorien mit den jeweiligen Besonderheiten im Folgenden ausführlich vor.

Ausbildungsintegrierender Studiengang

Bei ausbildungsintegrierenden Studiengängen wird das Studium an einer Hochschule oder einer Berufsakademie mit einer praktischen Berufsausbildung im Betrieb verzahnt. Die praktische Qualifizierung findet hierbei im Rahmen eines gesetzlichen Ausbildungsverhältnisses nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) statt. Die Berufsausbildung endet mit einem Abschluss der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder der Handwerkskammer (HWK). In der Regel 1 bis 2 Semester später wird das Studium mit dem akademischen Grad des Bachelors abgeschlossen. Insbesondere bei Bachelorstudiengängen ist diese Form des dualen Studiums weit verbreitet und aufgrund des doppelten Abschlusses bei Bewerbern sehr beliebt.

Praxisintegrierender Studiengang

Die praxisintegrierenden Studiengängen beinhalten keine Berufsausbildung haben somit lediglich den akademischen Grad des Bachelors als Abschluss. Jedoch zeichnet sich diese Form des dualen Studiums durch einen hohen Anteil an Praxisphasen (bis zu einem Semester) in Unternehmen aus. Die Studenten haben hierbei in der Regel den Status eines Praktikanten, wobei die Praxisinhalte mit dem Studium inhaltlich abgestimmt und verknüpft sind. Diese Form des dualen Studium bietet sich daher insbesondere für Studieninteressierte an, die neben dem reinen Studium einen großen Anteil praktischer Erfahrung sammeln und auf eine zusätzliche Berufsausbildung verzichten möchten.

Berufsintegrierender Studiengang

Für Berufstätige, die bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie mehrjährige Berufserfahrung haben und parallel zu ihrem Beruf ein Studium beginnen möchten, bieten sich berufsintegrierende Studiengänge an. Bei diesen Studiengängen ist die Berufsausübung ein fester Bestandteil und Basis für das Studium. Diese Form des dualen Studiums zeichnet sich durch die fachliche Nähe zu den ausgeübten Berufen der jeweiligen Studenten aus.

Berufsbegleitende Studiengänge

Beim berufsbegleitenden Studium sind die Studenten zwar berufstätig, jedoch ist diese Berufsausübung kein zwingender Bestandteil des Studiums. Somit zählt diese Form des Studiums nur im weiteren Sinne zu den dualen Studiengängen. Die Ausgestaltung des berufsbegleitenden Studiums ist sehr vielfältig. Die Studenten absolvieren neben ihrer betrieblichen Tätigkeit (Vollzeit oder Teilzeit) ein Studium in Form eines Abendstudiums, Fernstudiums, Verbundstudiums, etc. Aufgrund der fehlenden Verzahnung zur Berufstätigkeit können Studium und Beruf thematisch verschiedene Schwerpunkte haben.